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   Juli/August 1977

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  6. Oktober 1977

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(c) Hans van Poll - Im Reisebericht Juli 1977 "Bundesbahndampf (fast) ade, auf in die DDR!" das letzte Bild des ersten Tages: 01 0533 des Bw Saalfeld vor dem E 807 (Leipzig - Gera - Saalfeld) bei der Durchfahrt durch Leipzig-Lindenau.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fototagebuch 1976/1977

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

043 364 am 29.7.1977 bei Hemsen nordwärts mit Güterzug. Die Lok gehört am Tag der Aufnahme zu den letzten zehn 043 des Bahnbetriebswerks Rheine: Noch acht Wochen bis zum Dampfende bei der Deutschen Bundesbahn.

1976/1977

 

Mit Anfang 1976 besteht die Dampflokflotte der DB nur noch aus Lokomotiven dreier Baureihen, die ausnahmslos Einheitslok der alten Deutschen Reichsbahn repräsentieren: Die 41 in der von der DB modernisierten Version 042 mit neuem Kessel und Ölfeuerung, die 44 als 044 mit Kohlefeuerung und als 043 mit Ölfeuerung sowie die 50 in noch zahlreichen Kesselvarianten als 050-053.

 

 

1976/1977

 

Von den Lokomotiven des Jahres 1976 gehen im Einsatzbestand der Deutschen Bundesbahn noch 60 Stück und eine Z-Lok in das letzte Dampflokjahr 1977 hinüber. Davon sind die 042 mit noch 17 Lok ausschließlich in Rheine, 20 Lok 044 allein in Gelsenkirchen-Bismarck, 18 Lok 043 mit 13 Exemplaren in Rheine und fünf in Emden und nur noch sechs Lok mit den Baureihen-Bezeichnungen 050, 051 und 052 in Duisburg-Wedau anzutreffen.

Mit den beiden ersten Ausmusterungsverfügungen des Jahres 1977 aus Februar und Mai werden insgesamt 37 Lok auf die Abstellgleise geschickt und die Kapitel der kohlegefeuerten 44 sowie der Baureihe 50 geschlossen.

Schon im Januar haben auch die 043 keinen Plan mehr für die schweren, durchlaufenden Ganzgüterzüge. Die Diesellok der Baureihe 221, die ab Mai 1976 gelegentlich vor den 4000t-Zügen mitlaufen, übernehmen ganz. Den Lokomotiven 043 bleiben nach Bedarf Einsätze vor VW- und Kohlezügen.

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Juli 1977: Bundesbahndampf (fast) ade, auf in die DDR!

Die DR als verlockende Alternative für den Dampflokfan

 

 

Von Hans van Poll

 

“Dein Dampflokhobby in allen Ehren, aber muss das denn sein: eine Reise hinter den Eisernen Vorhang?”, fragte der Herr Papa ein wenig missmutig. Worauf die lapidare Antwort des Sohnes lautete: “Ja, das muss sein, denn bei uns im Westen fahren die Dinger ja nicht mehr.”

Im Sommer 1977, als dieses Kurzgespräch in der elterlichen Wohnung des Autors stattfand, lag die Dampftraktion bei der Bundesbahn tatsächlich im Argen. Nur noch auf der legendären Emslandstrecke verirrte sich sporadisch eine Dampflok in Form einer heruntergewirtschafteten 042 oder 043, die Strecke hatte seit dem Verschwinden der Baureihe 012 zum Sommerfahrplan 1975 ohnehin viel von ihrem Reiz verloren. Sonst herrschte in puncto Dampftraktion im Planbetrieb bei der DB Friedhofsruhe. Und im Oktober 1977 war dann endgültig Schluss.

Was lag da näher, als den Blick nach Osten zu wenden? Aus Zeitschriften wusste man schon längst – wenn auch nicht bis ins letzte Detail genau – was dort alles noch auf Reichsbahnschienen herumdampfte. Und in meinem Fall kam noch etwas hinzu. Seit einigen Jahren pflegte ich nämlich einen intensiven Kontakt zu einem Hobbyfreund in Leipzig. Michael Schrödter – sollte er diese Zeilen lesen, möge er sich noch einmal melden – arbeitete bei der DR und war regelmäßig mit der Kamera unterwegs. Von ihm hatte ich schon manchen photographischen Leckerbissen bekommen: von einer “echten” 43 bis hin zu einem sächsischen Urgestein wie dem “Rollwagen” oder der preußischen G 12. Dass ich diese wohl nicht mehr zu sehen bekäme, konnte doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass

(c) Hans van Poll - Im Umlauf der Saalfelder 01.0 im Sommer 1977 kamen Loks der Baureihe mit E 800 (Saalfeld - Gera - Leipzig) nach Leipzig und nahmen dort als Rückleistung den Personenzug 3025 auf. Abfahrt in Leipzig Hbf um 13.00 Uhr, Ankunft nach 142,2 km Fahrt in der Saalestadt um 18.19 Uhr, mit 32 Zwischenhalten eine Zumutung für eine stolze Schnellzuglok.

Und in Gera von 15.35 bis 16.37 Uhr Aufenthalt und zwischendurch immer schön den Druck im Kessel im Auge behalten. So muss die Dampftraktion wohl unwirtschaftlich sein. Am 31.7.1977 traf es 01 0525, hier kurz nach Verlassen des Bf Leipzig-Möckern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

unten (c) Hans van Poll - Auch eine Rückleistung nach Saalfeld: 01 0522 des Bw Saalfeld am 31.7.1977 mit E 805 (Leipzig - Gera - Saalfeld) am Haltepunkt Leipzig-Coppiplatz.

Die ersten sechs Wagen des Zuges gehen, mit Lokwechsel in Saalfeld auf 95 des Bw Probstzella, bis Sonneberg.

es auch 1977 immerhin noch großohrige 01’er geben müsste, genauso wie 03.10 – Maschinen und Kraftprotze wie die Baureihe 95. Und “Saalfeld” war mir schon ein Begriff, ohne dass ich da überhaupt auch nur einen einzigen Fußabdruck hinterlassen hatte.

Mein Leipziger Eisenbahnfreund, ohne dessen Hilfe aus der leibhaftigen Wahrnehmung vom Reichsbahndampf nie etwas geworden wäre und dem ich dafür auch heute noch meinen herzlichen Dank ausspreche, lud mich formell ein – was in Sachen Freizügigkeit beim Herumreisen von ungeheurem Vorteil war im Vergleich zur Teilnahme an einer organisierten Reise – und erledigte den Papierkram. So flatterte nach einiger Zeit der “Berechtigungsschein zum Empfang eines Visums” vom Reisebüro der DDR in den Briefkasten und die Sache wurde nun doch ernst.

 

 

30.7.1977: Im D 199 von Mönchengladbach nach Leipzig

 

Und so trat ich am Samstag, den 30. Juli 1977, von Mönchengladbach aus (nahe meinem Wohnort Roermond in den Niederlanden) im D 199 die lange Reise nach Leipzig an. Und ich will nicht verhehlen, dass mich doch, je näher sich der Zug der “Zonengrenze” näherte, ein etwas mulmiges Gefühl beschlich, umso mehr als ich auf dem Grenzabschnitt Bebra – Gerstungen soviel Stacheldraht und Wachtürme sah, dass mir die Grenzsicherungsmaßnahmen der DDR viel ungeheuerlicher vorkamen als ursprünglich gedacht. Die Einsicht, dass die Bahnlinie auf besagtem Streckenabschnitt ein paar Mal die Grenze überquerte, kam erst viel später... Grenzaufenthalt in Gerstungen: Was würde passieren? Sehen konnte man wegen der Sichtblenden auf dem Bahnsteig nicht viel. Aber die Grenzkontrolle

(c) Hans van Poll - Die Dampflokreise in die DDR konnte 1977 nicht mehr die Begegnung mit Länderbahn-Raritäten ermöglichen, wohl aber die Ansicht von echten Rennern der Einheitsbau-Epoche in ihrer Reko-Gestalt und in fast ursprünglichem Zustand. Es gab sie noch, die "großohrigen" 01: Hier ist es am 1.8.1977 die 01 2120 des Bw Dresden, die den D 673 (Berlin-Schöneweide - Dresden) soeben aus dem Zwischenhalt Berlin-Schönefeld heraus beschleunigt.

verlief reibungslos. Die “Organe” waren korrekt aber höflich, wie ich überhaupt Wert auf die Feststellung legen muss, dass ich auch bei meinen späteren Reisen in “das andere Deutschland” niemals Schikanen irgendwelcher Art von Volkspolizei oder Grenzbeamten unterworfen gewesen bin. In Gotha dann die erste Dampflok: eine 44 Öl, dürfte eine Nordhäuser Lok gewesen sein.

Die Ankunft im Leipziger Hauptbahnhof werde ich so leicht nicht vergessen: Der riesige Bahnhof hing voller Fahnen, welch ein grandioser Empfang! Nun galt allerdings dieses Fahnenmeer nicht mir, sondern dem Start der “Jugendspartakiade”, zu der sogar der “Generalsekretär des Zentralkomitees ...usw, usw. ... und Vorsitzender des Staatsrates”, Genosse Honecker, in eigener Person angereist war.

Vorn, an der Pufferbohle neben der 211, stand mein Brieffreund, der ab jetzt auch mein Reisebegleiter sein würde und dem ich jetzt zum ersten Mal leibhaftig begegnete. Wir fuhren mit der S-Bahn zwei Stationen zurück nach Haltepunkt Coppiplatz und kurze Zeit später erfolgte die überaus freundliche Begrüßung im Elternhaus. Ein Anruf zu Hause um zu melden, dass alles glatt über die Runden gegangen war, und schon war der erste Tag vorbei.

 

 

31.7.1977: Erste Eindrücke von Leipzig

 

Am nächsten Tag dann mein allererstes Foto: Im Haltepunkt Coppiplatz wurde der E 800 aus Saalfeld mit der 01 0525 verewigt. Die anschließende Fahrt mit der Straßenbahn in das Leipziger Stadtzentrum ließ mich jedoch schaudern beim    Anblick der Bausubstanz des Stadtviertels: Ganze Straßenzüge

 

 

Hans van Poll

Juli 1977: Bundesbahndampf (fast) ade, auf in die DDR!

Die DR als verlockende Alternative für den Dampflokfan und ihre Reiseziele Leipzig, Angermünde, Pasewalk, Saalfeld, Lauscha, die Selketalbahn und Dresden

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A

 

 

 

 

Per 6. Oktober 1977 werden alle restlichen 24 Maschinen der Baureihen 042 und 043 aus Rheine und Emden ausgemustert. Die Epoche Dampfeisenbahn im Westen Deutschlands ist damit in ihrem 142. Jahr beendet.

Zehn der "Letzten" sind zum Zeitpunkt ihrer Ausmusterung noch nicht einmal Z-gestellt und 043 903 macht am 26.10.1977 vor einem Hilfszug (Lz 81453) von Oldersum nach Rheine den letzten Dampf-Einsatz der Deutschen Bundesbahn.

Alle 042 und die meisten 043 gehen nicht sogleich auf die Schrottplätze, sondern in die mal mehr, mal weniger erfolgreiche Obhut von Vereinen und Museen in Sinsheim, Nördlingen, Osnabrück, Braunschweig, Dieringhausen, Rendsburg, Porz, Salzbergen, Kornwestheim, Wilhelmshaven und an die Eurovapor.

 

 (Zuletzt geändert am 30.04.2021)