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Die Westfälische Eisenbahn

043 336 des Bahnbetriebswerks Kassel mit alter Nummer ostwärts mit Güterzug durch den Bahnhof Soest im März 1968.

043 336 des Bahnbetriebswerks Kassel mit alter Nummer ostwärts mit Güterzug durch den Bahnhof Soest im März 1968.

 

...die Westfälische Eisenbahn steht in der Fotogalerie auf der Liste aller wegen der Dampflokomotiven bereisten Regionen Deutschlands an oberster Stelle. Die ersten Verschluss-Klicks für Aufnahmen aus diesem Archiv wurden hier gemacht.

Die "Region" Westfälische Eisenbahn steht nicht für eine Landschaft, nicht einmal für ein Streckennetz, sondern für eine Relation. Sie ist für den Westen Deutschlands eine Deutschland-Mitte-Verbindung, die u.a. auf die Aktivitäten der Königlich Westfälischen Eisenbahn, einer der drei ersten Staatseisenbahn-Verwaltungen Preußens, ab der Mitte des 19. Jahrhunderts im Verlauf von 25 Jahren zurückgeht.

Damals entstanden in vielen Teilabschnitten, aus einer Eisenbahnverbindung zwischen den Städten Soest und Paderborn heraus, gleichermaßen nach Ost und Nord-West Strecken über Altenbeken nach Holzminden, Northeim und Warburg und über Hamm und Münster nach Emden. Als 1880 der preußische Staat die Königlich Westfälische in eine ihrer neuen Eisenbahndirektionen eingliederte, war sie, bei recht mäßigem Beginn, zu einem wichtigen Bindeglied zwischen dem Ruhrgebiet, Mittel- und Norddeutschland geworden: Eines der beiden ersten D-Zugpaare im deutschen Eisenbahnverkehr von 1892 bediente sich der Westfälischen Eisenbahn: D32/31 Berlin, Potsdamer Bahnhof - Köln Hbf befuhr sie auf dem Abschnitt Altenbeken - Soest.

Dem Fotografen, der 1968 mit der Absicht Dampflokomotiven im Bild festzuhalten die Deutsche Bundesbahn besuchte, wurde auf dem zentralen, ältesten Abschnitt der ehemaligen Westfälischen mit dem Sommerfahrplan jenes Jahres die letzten wenigen dampfgeführten D-Züge, wie der D1098 Dresden - Altenbeken - Hamm -Duisburg, sowie E- und Nahverkehrszüge mit den letzten 01 des Bw Paderborn geboten. Der Nahverkehr Hamm - Soest - Paderborn, Dortmund - Soest - Paderborn, der im Winterfahrplan 1967/1968 noch mit 50 bestritten worden war, wurde verdieselt und der berühmt/berüchtigte E387/687 - 688/388 Kassel - Münster - Kassel mit der 10 war schell Vergangenheit: Er verkehrte Anfang Januar 1968 zum letzten Mal mit der größten Neubaulok der DB.

Nicht nur für Lokalpatrioten

oder

Mit 10 001 auf der Westfälischen Eisenbahn

 

"Von Soest nach Westerland" mit Fotos von Klaus Gerke und Texten von Stefan Carstens, im Frühjahr 2019 erschienen, führt u.a. auf die Westfälische Eisenbahn der Jahre 1954 bis 1969. "Von Soest nach Westerland" mit Fotos von Klaus Gerke und Texten von Stefan Carstens, im Frühjahr 2019 erschienen, führt u.a. auf die Westfälische Eisenbahn der Jahre 1954 bis 1969. In der November-2019-Ausgabe von 0-gleich-Dampflok.de würdigen wir hier im Kapitel „Die Westfälische Eisenbahn“ ein Buch. Der Fotoband „Von Soest nach Westerland“ mit Aufnahmen von Klaus Gerke und Texten von Stefan Carstens findet mit seinem Westfalen-Teil nämlich ungefähr da seinen Abschluss, wo meine Fototätigkeit vor Ort beginnt, und ist eine willkommene Erweiterung unserer Betrachtungen der Westfälischen Eisenbahn. Mit diesem Fotoband vervollständigen wir das Bild der Westfälischen vor meiner Haustür um viele weitere Jahre, in denen die DB noch dampfte.

Den Bildautor Klaus Gerke könnte ich zufällig auch mal auf der Straße treffen. Auf Seite 64 des Buches sind neben der eilig von Soest in Richtung Hamm strebenden Schnellzuglok 10 001 auch alle drei großen Kirchen der Stadt Soest zu sehen, die sich von überall her sichtbar über den Feldern der Soester Börde in der Skyline der einmal sehr bedeutenden, alten Hansestadt erheben. Klaus Gerke und ich wohnen unter diesen Türmen.

Als wir uns dort kürzlich über das Buch unterhielten, kam die Idee, anhand von Fotos genau der 10 001, die Klaus Gerke bisher nicht veröffentlicht hat, zu zeigen, wie „Von Soest nach Westerland“ funktioniert.

Wenn ein traditionelles Fotoarchiv, wie das von Klaus Gerke, seine ersten Aufnahmen entstanden Ende 1954, in die Bestands-aufnahme einer Veröffentlichung geht, deuten sich Zusammen-hänge, Umstände und Zufälligkeiten im Betriebsdienst der dokumentierten Loks und ihrer Züge an, die zum Aufnahme- zeitpunkt gerade nicht bekannt waren. Dagegen können einmal bekannte Daten dem Gedächtnis entschwunden sein oder sie wurden im Lauf der Zeit - das Gehirn, ein launisches Wesen – durch Möglichkeiten ersetzt. Und obwohl Klaus Gerke ein ausgemachter Kenner technisch-historischer Ausstattung von Dampflokomotiven und von Reisezugwagen ist, der Einsatzzeiträume an Fahrzeugdetails und Wagenzusammenstellungen ohne weiteres erkennen kann, und die Systematik seiner Fotosammlung ohne Zweifel vor Augen hat, war es der Sache nicht dienlich, dass er durch nicht selbst verschuldete Umstände einen Teil seiner Fotoprotokolle verlieren musste.

Stefan Carstens hat nach reichlich Interviews mit Klaus Gerke die Kommentare zum Buch geschrieben. Er macht als Wagenspezialist und Signalkenner mit guten Verbindungen zu Experten der Eisenbahnepochen und des Wagenbetriebsdienstes mit Bravour aus jeder Abbildung eine lebendige Erzählung. Und dabei ist es wirklich nicht immer einfach, nach mehr als 50 Jahren, Informationen einer Fotografie zu entschlüsseln, die bisher unerkannt oder verloren in ihr stecken.

Ich möchte am Beispiel der 10 001 etwas von der Recherchearbeit andeuten, die dabei nötig war. Es ist nicht das komplizierteste Beispiel, aber es ist das, das mich persönlich besonders interessiert. Und es betrifft ja auch eine besondere Lokomotive. Ihr, der letzten deutschen Schnellzug-Dampflokomotive und größten Dampf-Neubaulok der DB, habe ich seit Mitte 1967 nachgestellt, ohne sie jemals unter Dampf zu Gesicht oder später auch vor die Linse zu bekommen. Und sie gehört ja in den Beobachtungszeitraum dieses Archivs, auch wenn sie darin nur noch an zwei (!) Tagen, am 3. und 5.1.1968, im Einsatz war.

Die beiden Fotos der 10 001 in Soest, die unten wiedergegeben sind, gehören in einen Zeitraum vom März 1967 bis eben zum Anfang Januar 1968. Man kann das aber etwas genauer haben. Dazu muss man sich noch einmal kurz in Erinnerung rufen:

Vor der Verbannung der 10 001 in die Westfälische Provinz per 20.3.1967 pendelte die Lok noch auf einem Teilstück ihrer einstigen Hauptstrecke Kassel-Frankfurt, bis 6.1.1967 zusammen mit 10 002, in einem zweitägigen Umlaufplan zwischen Kassel und Gießen, mit jeweils einem Ausflug nach Bebra. Nachdem am 20.3.1967 die Relation Kassel-Frankfurt über Marburg und Gießen durchgehend elektrisch befahren werden konnte, kam es mit dem neuen und letzten Umlauf für die Baureihe 10 vom selben Datum, 20.3.1967, für 10 001 zum Einsatz vor E 387/687 Bebra-Rheine und seinem Gegenzug auf dem Abschnitt Kassel-Münster/Münster-Kassel. Dabei hieß der Zug E 387 von Bebra bis Altenbeken und E 687 ab dort.

Auch der Umlaufplan vom 20.3.1967 war ein zweitägiger Plan, noch für beide 10 bestimmt. Jedoch waren beide Einsatztage umlauftechnisch gar nicht miteinander verbunden und die 10 002 längst ausgeschieden. Den Tag Zwei mit E 474/374 von Hamm bis Kassel und mit E 540 von Kassel bis Hamm übernahmen die Kasseler 01.10, von denen im Bw Kassel-Bahndreieck noch knapp 10 öl- und kohlegefeuerte Maschinen zur Verfügung standen. Ein Einsatz der 10 001 am Tag Zwei ist unter zahlreichen Annahmen möglich gewesen, wartet aber noch auf einen Beleg.

 

Der Lokumlauf mit zwei unverbundenen Tagen als Plan für die beiden BR 10-Lokomotiven vom März 1967. Der Lokumlauf mit zwei unverbundenen Tagen als Plan für die beiden BR 10-Lokomotiven vom März 1967.

Hatte 10 001 den E 387/687, und dessen Gegenzug E 688/388, per März 1967 den Kasseler 01.10 abgenommen, so überließ sie ihn wieder den 01.10, aber auch gelegentlich den Kasseler V160, bei zahlreichen technischen Ausfällen, Ausstellungsterminen und einem mehrwöchigen Aufenthalt im AW Braunschweig im August 1967.

Übrigens teilte sich 10 001 zeitweilig auch mit Rheiner 01 und 01.10 den Dienst, aber jetzt wegen des bis zum Sommerfahrplan 1967 gültigen umlaufbedingten Umstands einer Doppeltraktion 01/10 bzw. 01.10/10 von Münster nach Hamm vor E688/388. Die Rheiner Lokomotive ging erst in Hamm vom Zug und die, von Münster bis Hamm zunächst als Leervorspann tätige, 10 001 fuhr erst dann allein als Zuglok weiter.

In der Fahrtrichtung des E 387/687 Bebra-Rheine führte der Zug an der Spitze gleich hinter der Lok einen Gepäckwagen. Der war nach den meisten dokumentierten Beobachtungen, und vorschriftsmäßig nach dem Zugbildungsplan für den Winterfahrplan 1966/67, ein Mdyg. Ersatzgestellungen durch Einheits-Packwagen der alten Reichsbahn, Reisezugwagen mit Gepäckabteil und Wagen der Gattung Düm kamen vor. Und da in den 60er Jahren die Postbeförderung auf der Schiene gang und gäbe war, konnte oftmals an der Spitze zusätzlich noch ein Postwagen vor dem Gepäckwagen ausgemacht werden.

Reisenden fanden im Zug, und dies bereits zu den Zeiten, als Kasseler 01.10 noch allein Traktionsmittel waren, abwechslungsreiche Wagenkombinationen aus Silberlingen der 1. und 2. Sitzklasse, Einheits-Schnell- und -Eilzugwagen der ehemaligen Deutschen Reichsbahn sowie DB-Neubauten der Gattung Büm vor. Im Winterfahrplan 1966/67 sollte der Personenteil des Eilzugs nach Plan artrein aus drei Silberlingen Bn und zwei der Gattung ABn in der Reihenfolge, Bn, Bn, ABn, Bn, ABn gebildet werden. Laufend gab es aber weiterhin Ausnahmen für die Zusammensetzung des Zuges, bei denen mit fortschreitender Zeit statt einiger Silberlinge mehr andere 26,4 m-Wagen aus dem Neubauprogramm der DB eingesetzt wurden. Für die für den 10 001-Einsatz maßgeblichen zwei nachfolgenden Fahrplanetappen gibt es einige Belege, die vermuten lassen, dass die Zugbildung auf einem Grundstock von Silberlingen weiter ähnlich gehandhabt wurde.

 

(c) Klaus Gerke - 10 001 bei der Einfahrt mit E 387/687 nach Bahnhof Soest Gleis 3 Ende April/Anfang Mai 1967. Die Wagenzusammenstellung des Zuges entspricht quantitativ dem gültigen Reihungsplan mit MDyg als Packwagen und fünf Sitzwagen, von denen der vorgesehene Silberling in der Mitte durch einen 26,4 m-Wagen nur mit Endeinstiegen ersetzt ist. Es wird ein Postwagen mitgeführt.(c) Klaus Gerke - 10 001 bei der Einfahrt mit E 387/687 nach Bahnhof Soest Gleis 3 Ende April/Anfang Mai 1967. Die Wagenzusammenstellung des Zuges entspricht quantitativ dem gültigen Reihungsplan mit MDyg als Packwagen und fünf Sitzwagen, von denen der vorgesehene Silberling in der Mitte durch einen 26,4 m-Wagen nur mit Endeinstiegen ersetzt ist. Es wird ein Postwagen mitgeführt.(c) Klaus Gerke - Zum oberen Bild vermutlich der Gegenzug E 688/388 Rheine-Bebra Anfang Mai 1967 leicht verspätet mit 10 001 in Soest auf Gleis 2.(c) Klaus Gerke - Zum oberen Bild vermutlich der Gegenzug E 688/388 Rheine-Bebra Anfang Mai 1967 leicht verspätet mit 10 001 in Soest auf Gleis 2.

Nach dem Start der 10 001 auf der Westfälischen im März 1967 endete ihr Einsatz bereits knapp 10 Monate später sprichwörtlich vor dem E 387/687. Unterwegs mit „ihrem“ Eilzug am 5.1.1968 brach der Lok zwischen Kassel und Warburg eine Schieberstange. 10 001 wurde in ihr Heimat-Bw geschleppt, begutachtet und Z-gestellt und nicht wieder in Dienst genommen.

Im oberen der beiden, von Klaus Gerke nicht im Buch veröffentlichten Fotos sehen wir 10 001 bei der Einfahrt mit E 387/687 nach Bahnhof Soest, Gleis 3. Da der Zug in einer Tagesmittenlage unterwegs war, kann das Aufnahmedatum leicht von Ende März 1967 an angenommen werden. Da durch zeitlich verbürgte Fotos die Vegetation in der Gegend um Soest Mitte Mai 1967 voll ergrünt war, sollte man das Fotodatum in eine Zeit von etwa fünf Wochen um die Mitte des Aprils 1967 legen. Dass die kahlen Zweige der Bäume im Hintergrund dort im Winter 1967/1968 stehen, kann ausgeschlossen werden: Vor der 10 001 ist das offene Schotterbett des Gleis 5, eines Personen-Stumpfgleises am östlichen Ende des Bahnsteigs 2, auf dem der Fotograf steht, zu sehen. Im Frühjahr 1967 begann der Abbau des Gleis 5 und der Aufbau eines neuen Ausfahrtsignals für die östliche Richtung des Gleis 3, auf dem sich der Zug bewegt, mitten in der freigeräumten Fläche. Die Ungültigkeit des neuen Signalgebers war spätestens im Oktober 1967 aufgehoben.

Das zweite Foto kann die Rückkehr des Eilzugensembles als E688/388 zeigen. Nach allen bekannten Abbildungen dieses Zuges aus der Zeit der 10 001 fällt seine Zusammenstellung auf: vier Silberlinge, von denen der erste, hinter der Lok, erwartungsgemäß auch ein ABn ist, und einem, wenn man den Zeichen trauen darf, Schnellzugwagen aus dem Neubauprogramm der DB mit Gepäckabteil, der am Ende des Zuges den Packwagen stellt. Die Zeiger-Bahnhofsuhr, die, einmal stark aus dem Foto herausgezoomt, die Zeit 7.37 Uhr verrät, kann trotz fehlendem 24-Stunden-Modus auf den E688/388 hinweisen, der im Winterfahrplan 1966/67 kurz nach 19.00 Uhr den Bahnhof Hamm planmäßig verließ und nach etwa 20 Minuten Soest erreichen konnte, planmäßige Abfahrt aus Soest war 19.25 Uhr.

Dieses Foto hat im Buch eine Fortsetzung auf Seite 23, sogar in Farbe. Die dort abgebildete Zugausfahrt mit 10 001 aus Soest ist dieselbe Szene. Und, wir sehen dort das Aufhebungskreuz wieder am Ausfahrtsignal für Gleis 3 Richtung Osten. Aufhebungskreuz und Vegetation verweisen im Verein wieder auf das Frühjahr 1967, und wir datieren, da man im März und fast im ganzen April für diesen Zug in seiner Tagesrandlage in Soest nicht das natürliche Fotolicht für Bewegungsaufnahmen gehabt hätte (es wurden noch keine Uhren umgestellt und wir waren noch nicht digital), das zweite Foto ganz in Übereinstimmung mit dem Buchautor auf Mai 1967, möglicherweise etwas genauer, auf zwei Wochen nach dem Monatswechsel April/Mai.

So und ähnlich, mal mit mehr, mal mit weniger Aufwand, ist es bei der Aufbereitung des Stoffs auf 190 Seiten mit 320 Fotos wohl gegangen. Dass dabei auf Seite 35 dem Lektorat eine falsche Jahreszahl entgangen ist, ist fast ohne Belang, da man schnell selbst die Unstimmigkeit erkennen und für sich korrigieren kann. Der Irrtum, den Fotopunkt der Vl 0608 der Westfälischen Landeseisenbahn, Seite 90, von Soest nach Lippstadt zu verlegen, bedeutet mir bei diesem urigen Diesel-Maschinchen nicht viel.

Es ist ein großes Glück, dass dieser Fotoschatz jetzt Klaus Gerke und Stefan Carstens zusammengebracht hat, auf Vermittlung von Christoph von Neumann. Ein Fotoschatz, der eineinhalb Jahrzehnte bessereren, zeitgenössischen Dampflokeinsatz mit sehr speziellen Betriebsabläufen auf der Westfälischen Eisenbahn, der Rollbahn, der Marschbahn und der Insel Sylt sowie der Westfälischen Landeseisenbahn, einer großen Privatbahn, zeigt. In einem Buch, das fast nebenbei auch der 03.10 auf der Westfälischen noch ein Denkmal setzt.

Und damit ist das Buch nicht nur etwas für lokalpatriotische Eisenbahn-Nostalgiker.

Ulrich Streiter

  Im zweitägigen Umlauf der Baureihe 10 fuhren, nach Ausscheiden der 10 002 Anfang 1967, noch 10 001 und jeweils eine Drei-Zylinder-Pazifik der BR  01.10 des Bw Kassel, die u.a. bei Ausfall der 10 001 auch vor E 387/687 Bebra - Kassel - Altenbeken (E387) - Soest - Hamm - Münster – Rheine (E687) zum Einsatz kamen. Nach dem Ausscheiden der 10 001 am 5.1.1968 waren die Kasseler 01.10 bis zum Sommerfahrplan 1968 allein für E 387/687 und seinen Gegenzug zuständig. Mitte März 1968 führt, von den drei jetzt noch bei Bw Kassel verbliebenen , ausschließlich kohlegefeuerten 01.10, 01 1056 den Eilzug bei der planmäßigen Ausfahrt 10.46 Uhr schwungvoll aus dem Bahnhof Soest. Die Lok heißt buchmäßig 011 056, nach dem seit 1.1.1968 gültigen neuen Nummernschema der DB, ist aber äußerlich noch nicht umgezeichnet.Im zweitägigen Umlauf der Baureihe 10 fuhren, nach Ausscheiden der 10 002 Anfang 1967, noch 10 001 und jeweils eine Drei-Zylinder-Pazifik der BR 01.10 des Bw Kassel, die u.a. bei Ausfall der 10 001 auch vor E 387/687 Bebra - Kassel - Altenbeken (E387) - Soest - Hamm - Münster – Rheine (E687) zum Einsatz kamen. Nach dem Ausscheiden der 10 001 am 5.1.1968 waren die Kasseler 01.10 bis zum Sommerfahrplan 1968 allein für E 387/687 und seinen Gegenzug zuständig. Mitte März 1968 führt, von den drei jetzt noch bei Bw Kassel verbliebenen , ausschließlich kohlegefeuerten 01.10, 01 1056 den Eilzug bei der planmäßigen Ausfahrt 10.46 Uhr schwungvoll aus dem Bahnhof Soest. Die Lok heißt buchmäßig 011 056, nach dem seit 1.1.1968 gültigen neuen Nummernschema der DB, ist aber äußerlich noch nicht umgezeichnet.

 

Dagegen glänzte die Strecke aber weiter für noch einige Jahre mit einem regen Güterverkehr im Osten und in der Mitte mit den 44 der Bahnbetriebswerke Paderborn, Kassel und Ottbergen und im Nordwesten mit 50 aus Hamm und 41 und 44 aus Rheine und Emden.

Mit dem Personenverkehr auf dem nordwestlichen Abschnitt der Westfälischen wurde für das Ende der Dampflokzeit noch einmal ein besonderes Kapitel mit den schweren 01.10-Schnellzügen aufgeschlagen. Deswegen und weil der Nordwesten der alten Westfälischen aus dem Streckennetz der Hannoverschen Westbahn stammte oder für das alte Hannoversche Königreich fertig gebaut worden war, hat der Verkehr mit Dampf auf der Relation Münster - Rheine - Emden und darüber hinaus nach Norddeich mit 01.10, 23, 41 und 44  das eigene Kapitel "Emslandstrecke" erhalten.

Vollständig ist die Baureihenliste nur mit den 94, die in diesem Kapitel für Hamm und im Kapitel "Emslandstrecke" für Rheine und Emden gemeldet werden.

Noch einmal: Innerhalb des Kapitels sind die Aufnahmen der Dampflokomotiven in Zwei-Jahres-Schritten und darunter in der Ziffernreihenfolge der Baureihenbe- zeichnungen von 1967 geordnet. Darin wird 01 zu 001, die kohlegefeuerte 01.10 zur 011, die kohlegefeuerte 44 zur 044, die ölgefeuerte 44 zur 043, 50 zu 050 - 053 und 94 zu 094.

(Zuletzt geändert am 01.11.2019)     

Bildergalerie Westfälische Eisenbahn 1968/1969

 001 103,  133199227

011 056

018 323

043 167221336, 364,  440,  652

044 122127,  145,  195,  368, 400,  470,  499,  550, 615  

 050 056,  316,  445,  844

051 223,  265,  503,  617,  702

053 082

078 277

094 119,  152,  250,  543,  668

(Zuletzt geändert am 04.07.2019)   

Bildergalerie Westfälische Eisenbahn 1970/1971

001 199227

010 001

011 062

043 087,  221,  336475

044 050,  071,  122,  195,  319,  332,  334,  336

050 397,  913

051 818

 89 7296

(Zuletzt geändert am 11.03.2018)

Bildergalerie Westfälische Eisenbahn 1972/1973

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043 085 

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(Zuletzt geändert am 11.03.2018)

Bildergalerie Westfälische Eisenbahn 1974/1975

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044 442,  651,  684,  943

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(Zuletzt geändert am 11.03.2018)

Bildergalerie Westfälische Eisenbahn 1976/1977

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043 636

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(Zuletzt geändert am 09.02.2017)